Tipps zum Konvertieren von Schallplatten ins MP3-Format
Diese Tipps sollen dazu helfen, die Archivierung alter Schallplatten oder Musikkassetten zu vereinfachen. Eine Einführung in das Thema sowie einen Kurzvergleich gängiger Kommerzieller Software finden Sie in Klangrestaurierung: Wandlung von Schallplatten und Musikkassetten zu MP3-Dateien
(Erschienen in der AVDC 6/2005)
Test des Eingangspegels
In der Programmgruppe "Zubehör/Unterhaltungsmedien" steckt der "Audiorecorder". Als Aufzeichnungsprogramm eignet er sich nicht, da die Abtastrate auf 22 kHz fixiert ist. Für Musikgenuss ist das zu niedrig, zum Ausprobieren des erfolgreichen Anschlusses einer Signalquelle reicht es aber.
Nach dem Setzen der physikalischen Verbindung zwischen Abspielgerät und Computer ist es wichtig ist, dass der Toneingang der Soundkarte aktiviert ist. Der Weg zum richtigen Einstelldialog ist etwas holprig: Im Audiorecorder öffnet "Bearbeiten/Audioeigenschaften" das gleichnamige Fenster. Unter "Soundaufnahme" bringt ein Klick auf "Lautstärke"das Aufnahmefenster mit Reglern für alle Eingänge. Der Schieberegler unter "Line-In" sollte für den ersten Test zu 80% geöffnet sein. Wichtig ist, die angekreuzte Checkbox unter dem Regler. Ist sie leer, bleibt der Eingang aus. Zurück im Audiorecorder startet ein Klick auf den roten Aufnahmeknopf die Aufzeichnung. Die Wiedergabe am jeweiligen Gerät sollte erst nach ein paar Sekunden einsetzen. So lässt sich der Geräuschpegel hören, der ohne jegliches Nutzsignal auftritt. Nach wenigen Sekunden darf die Aufzeichnung stoppen. Ein Klick auf den Play-Button spielt dann die Aufnahme ab.
Ist vor dem Einsetzen der Musik ein deutliches Brummen zu hören, stimmt wohl die Erdung des Plattenspielers nicht. Das Erdkabel sollte dann bei einem weiteren Aufzeichnungslauf testweise an anderer Stelle angeschlossen werden.
Alternative zu kommerzieller Software
Die Grundfunktionen, die kommerzielle Software zur Musikrestauration bietet, beherrschen auch anderen Programmen - nur eben nicht unter einer gemeinsamen Oberfläche und ohne hilfreiche Assistenten.
Ein gutes Freeware-Programm ist beispielsweise Audacity. Es zeichnet auf und verfügt über einfache Filtermöglichkeiten, um Störungen zu beseitigen. Die Website http://www.audacity.de/ bietet neben dem Programm selbst auch noch einige Tutorials zu den wichtigsten Aktionen. Eine lange große Aufzeichnungsdatei, etwa einer LP-Seite, muss hier manuell in Titel aufgetrennt werden, was aber wegen der gelungenen Oberfläche von Audacity recht flott vonstatten geht. Audacity bietet auch den Export der fertigen Titel ins MP3-Format an. Dazu muss zusätzlich LAME installiert werden, eine Zusatzsoftware, die das Komprimieren erledigt.
Soll das Zielmedium allerdings eine CD sein, dann ist die MP3-Wandelung nicht anzuraten. Das unkomprimierte WAV-Format, das die Aufzeichnung als Datenformat ausgibt, ist hier schon die richtige Wahl. Fast jedes Brennprogramm, wie etwa das im Windows Media Player 10 enthaltene oder das kostenlose CD Burner XP Pro beherrscht das Brennen einer Audio-CD mit WAV-Dateien als Ausgangsmaterial.
Optimierung der Wiedergabe von Schallplatten
Bevor die Aufnahme beginnen kann, müssen die Tonabnehmernadel und die Schallplatte selbst von Staub befreit sein. Alles, was an der Nadel zusätzlich anhaftet, verzerrt oder dämpft das abgetastete Tonsignal. Hier hilft meistens einfaches Anpusten. Nur wenn sich dort hartnäckige Ablagerungen gebildet haben, kommt ein spezieller, mit Alkohol getränkter Reinigungspinsel zum Einsatz.
Eine spezielle Bürste sorgt dafür, dass die Vinylscheibe gleichermaßen von Staub wie von elektrischen Ladungen befreit wird. Dazu setzt der Tonrestaurateur die Bürste bei laufendem Plattenteller vorsichtig quer zur Drehrichtung auf die Schallplatte auf, bis sie einige Umdrehungen gelaufen ist. Eine solche Bürste in Carbonfaser-Ausführung gibt es beispielsweise von www.recordcase.de für unter 10 Euro.
Ist die Schallplatte stärker verschmutzt, kann sie vorsichtig in einem warmen Wasserbad mit Spülmittel gereinigt werden. Am besten eignet sich dazu destilliertes Wasser, weil das sicherstellt, dass keine Kalkränder bleiben. Schwierig wird es, wenn die Scheibe früher im Naßabspielverfahren betrieben wurde. Denn dabei setzen sich Staubpartikel stärker in den Rillen fest. Wenn das Naßsystem noch zur Verfügung steht, sollte das Abspielen auch wieder damit erfolgen, da sich dabei der festgeklebte Staub wieder ablöst. Ansonsten wäre ein spezielles Schallplattenbad zu empfehlen, das die Verschmutzungen auch beseitigen kann.
Störquellen beseitigen
Nicht nur das 50 Hertz Netzbrummen kann die Aufnahme empfindlich stören. Vor allem hochfrequente Signalquellen sollten während einer Sitzung von nicht in der Nähe von Computer, Abspielgerät oder Kabeln liegen. Denn auch wenn während einer Testaufzeichnung alles in Ordnung ist, kann ein einziger Anruf auf dem Schnurlostelefon oder eine SMS zum Handy die Arbeit zunichte machen und das aktuelle Stück muss neu aufgenommen werden. Besonders nervig, wenn der PC während der Aufnahme allein gelassen wird und die Störung erst dann zutage tritt, wenn die digitalisierte Musik das erste Mal läuft.
Software-Konflikte lösen
Es kann passieren, dass trotz einer erfolgreichen Aufnahmesitzung kurz darauf der Eingangspegel stumm bleibt. Dann sollte ein Aufruf des Fensters für den Aufnahmepegel klären, ob nicht etwa die Checkbox für die Aktivierung des Line-In-Eingang leer ist. Manches Programm scheint als merkwürdigen Nebeneffekt diese Stummschaltung zu bewirken. Nach der Reaktivierung der Box klappt die Aufnahme dann wieder, wie zuvor. Es kann nur sein, dass der Aufruf des "schuldigen" Programms wieder zum gleichen Effekt führt.
hat mir sehr geholfen! Viele Grüße Klaus Müller aus Freinsheim
[Klaus Müller | 22.07.2006]
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Abspiel-Software für Universal Plug and Play (UPnP)
Klangrestaurierung: Wandlung von Schallplatten und Musikkassetten zu MP3-Dateien
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1.75