28 Beiträge rss

Partitionen sichern und wiederherstellen mit BackItUp 2 aus der Suite Nero 7

Jedes Windows altert. Die Installation von zusätzlichen Treibern, Programmen und Diensten zwingt im Lauf der Zeit jedes System in die Knie. Da ist es gut, wenn man ein frisch installiertes oder noch jugendliches Windows abspeichern und bei Bedarf reaktivieren kann. Mit einem Tool aus der Suite von Nero 7 ist das mit ein paar Mausklicks erledigt.

(Erschienen im CHIP-Sonderheft "Nero 7" 1/2006)

Die erste Ausgabe von Nero Backitup konnte lediglich Dateien auf Festplatte oder CD/DVD sichern. Die aktuelle Version 2 schafft dies nun auch mit ganzen Partitionen. Das funktioniert sogar mit der Systempartition, also dem Laufwerk, von dem aus Windows gestartet wird. Dies ist eine äußerst nützliche Fähigkeit. Denn damit können Sie beispielsweise die Kopie eines neu installierten Windows abspeichern und zu einen späteren Zeitpunkt das System in genau diesem Zustand wiederherstellen. Nach einem Virenbefall, einen üblen Crash oder wenn das System aufgrund vieler Neuinstallationen zu behäbig geworden ist, spielen Sie einfach wieder die ballastfreie Urversion wieder ein.

Sicherung starten

Die Kopie einer Partition ist mit dem Assistenten von Nero Backitup schnell angelegt. Klicken Sie dazu auf das Icon "Laufwerkssicherung". Es erscheint daraufhin eine Übersicht aller vorhandenen Festplatten zusammen mit den enthaltenen Partitionen.

Markieren Sie die Startpartition. Außer wenn Sie eine untypische Installation gewählt haben, sollte das die erste Partition "C:" sein. Klicken Sie dann auf "Laufwerkssicherung starten".

Nun will der Assistent wissen, was als Zielmedium verwendet werden soll. Wählen Sie dafür entweder den Eintrag für Ihren CD/DVD-Brenner oder ein Festplattenverzeichnis aus. Das muss sich auf einem anderen Laufwerk befinden, etwa "D:".

Vorsicht: Nero Backitup kann auch verbundene Netzlaufwerke als Sicherungsziel verwenden. Das nützt Ihnen allerdings wenig, da die Tools für die Restaurierung eines Startlaufwerks den Netzwerkzugriff nicht beherrschen. Ein Netzlaufwerk ist daher nur beim Sichern einer normalen Datenpartition sinnvoll.

Auf dieser Seite können Sie noch besondere Einstellungen vornehmen. Der Button "Mehr" am unteren Bildrand gibt Zugriff darauf. Interessant ist die Option, die Daten zu komprimieren, wenn der Platz auf dem Zielmedium knapp ist. Aber auch in der höchsten Kompressionsstufe, die bei "Komprimierungseinstellungen" gewählt werden kann, dürften bei den Systemdaten kaum mehr als 15-20% Kompressionsrate möglich sein.

Wenn dadurch aber die Daten beispielsweise auf eine DVD statt auf zwei Datenträger passen, lohnt sich die Kompression allemal. Wer Angst um die Sicherheit der Daten im Backup hat, wählt Option "Backup-Dateien verschlüsseln" und gibt über den Button rechts davon ein Kennwort ein.

Im letzten Fenster des Assistenten, das mit "Sicherungsassistent beenden" betitelt ist, sollten Sie auf den Knopf "Mehr" klicken und die Option "Daten nach Sicherung überprüfen" ausschalten. Denn weil auf dem Systemlaufwerk auch ohne laufende Anwendungen ständig neue Informationen geschrieben werden, wird dieser Vergleich auf alle Fälle scheitern. Sparen Sie sich also die Zeit, die dieser Test dauert und deaktivieren Sie diese Checkbox.

Nero7 Backitup - Sicherung

Sicherung reaktivieren

Soll nach erfolgreicher Sicherung der Systempartition auf ein anderes Laufwerk oder eine Silberscheibe das Windows wieder auf seinen ursprünglichen Zustand zurückgesetzt werden, können Sie dazu nicht einfach das Programm Backitup verwenden, wie beim Sichern. Denn das Überschreiben der Systemdaten eines gerade laufenden Windows ist technisch unmöglich. Das klappt nur, wenn Sie beispielsweise Nero Backitup dazu verwendet haben, ein Linux zu sichern.

Der Restore-Prozess für Ihr Windows muss also von einem anderen Betriebssystem aus erfolgen. Dazu bietet Nero Backitup im Menü "Werkzeuge" an, einen Boot-Datenträger anzulegen. Der startet den PC mit einem Mini-Linux und macht so das Zurückspielen auf die inaktive Windows-Partition möglich. Praktischer ist dabei die Verwendung einer CD als Bootmedium, weil sie schneller erzeugt ist und nur ein Datenträger notwendig ist, während die Disketten-Variante zwei Medien benötigt.

Wenn Sie allerdings eine CD/DVD als Sicherungsmedium verwendet haben und der PC nur über ein einziges Laufwerk für optische Wechselmedien verfügt, müssen Sie doch auf die Disketten-Variante umsteigen. Denn das gestartete Linux lässt das Einlegen eines anderen Datenträgers nicht zu und Nero beherrscht den Kniff nicht, das Linux gleich mit auf die Sicherung zu packen.

Nero7 Backitup - Restore unter Linux

Das Restore-Programm von Nero wird nach dem Hochfahren des Linux automatisch gestartet. Nach der Willkommensmeldung durchsucht es alle erreichbaren Datenträger nach vorhandenen Sicherungen im Stammverzeichnis. Haben Sie Ihre Backup-Dateien in einem Unterverzeichnis, müssen Sie manuell dorthin navigieren. Die Sicherung ist in mehrere Einzeldateien aufgesplittet. Es genügt aber, wenn Sie die Datei mit der Endziffer 1 mit der Taste Return anwählen. Die Schaltfläche "Next" bringt Sie zum nächsten Screen. Er zeigt zeigt Detailinformationen der Sicherung, damit Sie sich vergewissern können, die richtige Auswahl getroffen zu haben. Ist alles in Ordnung, bestätigen Sie wieder mit "Next". Nun erfragt das Programm die Zielpartition für den Wiederherstellungslauf. Im oberen Bildschirmteil wählen Sie zuerst die gewünschte Festplatte aus, im unteren Bereich die Partition darauf. Hier ist absolute Vorsicht angesagt, da eine falsche Auswahl potentiell alle Ihre Daten zerstören kann.

Nachdem die Daten zurückgespielt wurden, lassen Sie den PC neu starten und entfernen den Datenträger mit dem Linux. So kann ihr abgespecktes Windows seinen ersten Start absolvieren.

Freeware-Alternativen

Da man beim Zurücksichern einer Systempartition sowieso ein anderes Betriebssystem anwerfen muss, ist ein reines Linux-Programm genauso gut, wie Nero´s Mischung aus zwei Betriebssystem-Welten.

Das Projekt Ghost for Linux oder kurz G4L hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Funktionen des Symantec-Produkts Ghost als Freeware unter Linux nachzubilden. Auf der Homepage des Projekts gibt es ein ISO-Image, mit dessen Hilfe Sie sich ein Linux inklusive dieses Tools selbst brennen können. Als besondere Funktion unterstützt G4L auch Netzwerklaufwerke als Ablage für die Image-Dateien.

http://sourceforge.net/projects/g4l

Bei Partition Image handelt es sich um ein DOS-Programm. Zusammen mit einem rudimentären DOS lässt es sich auf einer einzigen Diskette unterbringen. Eine Einschränkung des Funktionsprinzips ist, dass das Sicherungsmedium vom DOS aus ansprechbar sein muss, also über entsprechende Treiber verfügt. Die Art der Partition ist dem Tool dabei ziemlich egal: Es sichert beispielsweise auch Linux- oder NTFS-Partitionen, da es BIOS-Zugriffe verwendet, um die Partitionsdaten ohne weitere Interpretation direkt auszulesen. Diese Methode hat aber auch einen Haken. Mehr als 8 GByte große Partitionen sind damit nicht adressierbar.

http://toolsandmore.de/

Die "SystemRescueCD" ist ein Linux-Projekt, das ein spezielles Rettungs-Linux geschaffen hat. Zu den vielen praktischen Helfern zählt auch ein "Partition Image", ein Modul zum Sichern und Wiederherstellen von Partitionen aller möglicher Typen. http://www.sysresccd.org/

Gute Planung ist erforderlich

Ein frisch installiertes Windows einfach von Platte oder DVD wiederherzustellen zu können, ist eine tolle Sache. Doch sollten Sie sich vorher gut überlegen, welchen Zustand Sie absichern und was sie von dieser Sicherung ausnehmen.

Sofern die Größe für den Zieldatenträger ausreicht, also etwa bei einer DVD in Single-Layer-Technik die Sicherung 4,7 GByte nicht überschreitet, wäre es am besten, wenn die Sicherung das Windows und die wichtigsten Programme enthält.

Funktioniert Ihr aktuelles System ohne Probleme und startet noch in ausreichender Geschwindigkeit, können Sie sich eine Neuinstallation sicher ersparen. Nicht nur wenn es mit dem Platz eng wird, sollten sie alle unnötigen Dateien entfernen. Das spart Zeit beim Sichern und Wiederherstellen.

Die wichtigsten überflüssigen Platzfresser putzt die "Datenträgerbereinigung" aus dem Menü "Zubehör - Systemprogramme" von der Platte. Zusätzlich ist es sinnvoll, bei einem bewährten System auch die "Wiederherstellungspunkte" zu bereinigen, also alle früher abgespeicherten Systemzustände bis auf den letzten Stand zu entfernen. Dieser Punkt steckt in den "Weiteren Optionen" der Datenträgerbereinigung.

Ein unnötiger Platzfresser sind auch Dateien in Ihrem persönlichen Ordner unter "Dokumente und Einstellungen". Das Verzeichnis "Lokale Einstellungen\Temp" enthält temporäre Dateien, wie etwa von kürzlich installierter Software. Leeren Sie ihn genauso wie den Cache von alternativen Browsern wie etwa Firefox oder Opera. Denn die "Dateträgerbereinigung" kümmert sich nur um den IE-Cache.

Nachdem Unwichtiges entfernt wurde, sollten Sie sich Gedanken zu Ihren Dokumenten, wie Texten, Bildern oder Kalkulationen machen. Diese Dateien auf derselben Partition zu lassen, die das Windows und die Programme hält, ist meistens keine gute Idee. Denn dann haben Sie nach einem Restore wieder den alten Zustand - neuere Dokumente sind verloren. Zwar würde hier ein separater Sicherungslauf mit dem Inhalt ihrer Dokumenten-Verzeichnisse abhelfen, aber dann wird unnötigerweise doppelt gesichert.

Besser ist die Haltung dieser Bewegungsdaten auf einer separaten Partition. Deren Inhalt bleibt dann auch nach einer Wiederherstellung Ihrer Startpartition noch erhalten.


Hallo,
die Tipps sind ganz interessant. Ich versuche das gleiche mit Nero6 zu
machen, aber es scheitert mit lauten Fehlermeldungen, wie z.B. "die
Partition ist gerade in Verwendung". Sollte es nicht vielleicht von
einer Boot-CD erstellen? Ich bin leie in diesem Gebiet und für alle
Tipps bis sehr Dankbar.
Viele Grüße,
Frank
[Frank | 30.04.2007]


BackItUp fertigt bei mir kein lauffähiges Image an.
Bereits beim erstellen wird mitgeteilt das Dateien von Windows
gesperrt sind und BachItUp nicht darauf zugreifen kann.
Und diese fehlenden Systemdateien bewirken, das Windows nach dem
Zurückspielen nicht startet.
In über 30 Jahren habe ich kein Sicherungsprogramm erlebt, welches, im
laufenden System, gesperrte Systemdateien kopieren kann.
Es gab so schöne Programme, wie z.B. von PowerQuest. Auch auf Deutsch.
Leider wurde irgendwann die Weiterentwicklung eingestellt.
Heute gibt es Linux. Gut. Aber irgendwie ist es Merkwürdig. Es gibt
kaum vernünftige deutsche Übersetzungen wenn es um tatsächlich gute
Programme geht. Italienisch, Spanisch.
Gibt es keine deutschen Programmierer?
[Wolfgang | 01.03.2009]


Bedingungen für die Kommentareingabe
Hinweis



Ihr Kommentar:


Name: E-Mail:
Name und E-Mail in einem Cookie auf Ihrer Festplatte speichern

Copyright © schraudolph.de 1999-2012   | Tippscout 4.0
Zurück Home