Ihre eigene Galerie im Web
Fotosammlungen, in die man eigene Bilder einstellen kann, um sie anderen Menschen zugänglich zu machen, gibt es genügend. Wer die damit verbundenen Einschränkungen nicht hinnehmen will, eröffnet einfach seine eigene Ausstellung.
Wenn Sie einen eigenen Webserver betreiben oder Webspace bei einem Hoster gemietet haben können Sie problemlos ihre eigene Galerie aufbauen - mit voller Kontrolle über Darstellung, Aufbau und Zugangskontrolle. Zur Installation brauchen Sie nicht unbedingt einen Shell-Zugriff. Dieser Workshop setzt nur den Zugriff per FTP-Programm voraus. Allerdings sollten damit auch manuell Befehle abgesetzt werden können, weil einige Dateirechte umgestellt werden müssen.
Der Hauptvorteil von Gallery ist der Verzicht auf eine Datenbank. Sie müssen sich zur Installation also nicht mit MySql & Co auseinandersetzen, wie dies bei vielen anderen vergleichbaren Programmen der Fall ist. Abgesehen davon verfügt es über ziemlich viele coole Funktionen.
Wichtig ist, dass die Webserver-Umgebung bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Es braucht einen Apache-Server, ein aktuelles PHP4 oder 5 und eine der beiden Bibliotheken NetPBM oder ImageMagick. Die werden zum Erzeugen von Thumbnails und anderen Bildmanipualtionen unbedingt benötigt. Ob sie vorhanden sind, prüft das Programm beim Setup selbständig. Die folgende Anleitung bezieht sich auf eine Installation unter Linux. Wenn Sie Gallery auf einem Windows-Server installieren wollen, klappt das im Prinzip genauso. Am besten beachten Sie die Tipps dazu auf der Homepage des Programms unter "FAQ".
Gallery installieren
Weil Gallery nicht besonders umfangreich ist, aber ständig Aktualisiert wird, laden Sie es am besten einfach von der Homepage gallery.menalto.com direkt herunter. Verwenden Sie die als "latest stable" gekennzeichnete Version. Aktuell ist das die Ausgabe 1.5.
Entpacken Sie das empfangene Archiv auf Ihrem Arbeits-PC mit einem Tool wie Winzip oder dem Total Commander. Beide beherrschen die beiden zum Download angebotenen Archivvarianten ".zip" und "tar.gz" Beim Entpacken wird gleich das Unterverzeichnis "gallery" angelegt. Laden Sie nun noch das zur verwendeten Gallery-Version passende deutsche Languagepack herunter. Es muss im Namen die Kennung "DE" tragen, ansonsten handelt es sich um eine andere Sprache.
Entpacken Sie das Languagepack im Unterordner "gallery/locale" wo sich bereits das Unterverzeichnis "en_US" befindet, in dem die Sprachdaten für die Standardsprache Englisch abgelegt sind.
Nun legen Sie im Ordner "gallery" ein Unterverzeichnis "albums" an. Die Gallery-Dokumentation geht davon aus, das sie das auf derselben Hierarchieebene wie den Gallery-Ordner selbst machen, praktischer ist es aber darunter.
Im Ordner "gallery" legen Sie nun die eine leeren Datei "config.php" sowie eine Datei ".htaccess" an. Das machen Sie am besten über den Editor "Notepad", indem Sie hier einfach ein leeres Dokument speichern. Wählen Sie aber beim Dateityp "Alle Dateien", denn sonst hängt Notepad noch die Endung ".txt" an den von Ihnen vergebenen Namen an.
Nun laden Sie das komplette Verzeichnis "gallery" auf Ihren Webserver.
Damit das Konfigurationsprogramm von Gallery die notwendigen Tests und Veränderungen durchführen darf, setzen noch einig chmod-Kommandos über Ihr FTP-Programm ab. Derchmod-Befehl setzt Dateirechte unter Linux. Wenn ihr FTP-Programm keine manuellen Befehle annimmt, können Sie das auch mit dem Kommandozeilen-Tool für FTP erledigen, das in allen Windows-Versionen enthalten ist. Sie starten es einfach über die Befehlszeile
ftp ihrserver.de
Tippen Sie folgenden Kommandos ein
chmod 777 albums
chmod 666 .htaccess
chmod 666 config.php
chmod 755 setup
Nun rufen Sie über einen Browser das Setup-Skript mit der URL http://beispiel.de/gallery/setup/ auf. Es sollte eine Seite gezeigt werden, die die verschiedenen Voraussetzungen für das Funktionieren von Gallery prüft und jeweils mit entsprechenden Texten und farblicher Kennzeichnung den Status anzeigt. Dieser Programmteil sollte schon in deutscher Sprache kommen, wenn Sie das Language-Pack installiert haben. Das Skript erkennt automatisch, welche Sprache auf Ihrem System verwendet wird.
Ist einer der angezeigten Punkte nicht grün, hat das Programm damit ein Problem. Der erläuternde Text dazu zeigt Abhilfen und mögliche Einschränkungen, sollten Sie das Problem nicht beseitigen können.
Einstellungen vornehmen
Findet das Setup-Skript keine schwerwiegenden Punkte, können Sie mit dem Button ganz unten zu den grundsätzlichen Programmeinstellungen wechseln können. Hier lässt sich jede Menge konfigurieren. Für den Beginn sollten Sie aber nur die wirklich notwendigen Angaben machen.
Im per Default angezeigten Reiter "Generelle Einstellungen" vergeben Sie ein Admin-Kennwort und ändern den vorgegebenen Namen für die Bildersammlung von "Galerie" zu etwas, was Ihre Galerie besser kennzeichnet. Auf der Registerkarte "Pfade und URLs" sollte das erste Feld für den absoluten Dateipfad zum Albumverzeichnis von Gallery bereits einen Pfad enthalten. Prüfen Sie zur Sicherheit nach, ob er stimmt. Das nächste Feld erwartet einen Pfad, der zu einem einen temporären Verzeichnis führt. Auf vielen Systemen haben alle User freien Zugriff auf "/tmp". Sollte das auf Ihrem Server anders geregelt sein, müssen Sie sich in ihrem Webserver zu diesem Zweck ein neues Verzeichnis anlegen und dessen absoluten Pfad in diesem Feld nennen. Die Internet-Adresse im nächsten Feld sollte bereits voreingestellt sein und etwas wie "http://beispiel.de/gallery/albums" enthalten.
Die letzten Angaben sind unter "Toolkits / Bildbearbeitung" zu machen. Je nachdem, welche Bibliotheken zur Manipulation von Bildern das Setup-Programm gefunden hat, ist schon ein Wert voreingestellt. Nur bei exotischen Konfigurationen sollte ein maneuller Eintrag eines Pfades zu den Bibliotheken notwendig sein.
Klicken Sie nun auf den Knopf "Nächster Schritt". Hier legen Sie fest, welche Voreinstellungen neu angelegte Alben erhalten sollen. Die Grundeinstellungen sind hierbei schon ganz in Ordnung. Sobald Sie mit den Möglichkeiten von Gallery vertraut sind, können Sie den Setup-Teil ja nochmals aufrufen und die hier zu treffenden Vorgaben Ihren eigenen Vorstellungen anpassen.
Klicken Sie wieder auf "Nächster Schritt", zeigt das Programm nochmals alle Konfigurationsoptionen an. Bemerkt es dabei einen Fehler, wie beispielsweise eine falsche Pfadangabe ist der jeweilige Eintrag dick rot markiert und Sie sollte zur Korrektur zurück gehen.
Passt dagegen alles, klicken Sie auf "Konfiguration speichern".
Schützen Sie nun die Konfiguration wieder gegen Zugriff durch andere durch die folgenden beiden Befehle.
chmod 644 config.php
chmod 644 .htaccess
Durch den Aufruf einer URL wie "http://beispiel.de/gallery" kommt nun der Startbildschirm des Programms. Haben Sie zuvor nicht die Dateirechte auf die beiden Konfigurationsdateien eingeschränkt, sperrt Gallery aus Sicherheitsgründen den Zugriff auf das Programm, bis die Berechtigungen restriktiv gesetzt sind.
Das erste Album anlegen
Durch die vorherigen Aktionen sind Sie nun bereits als Admin eingeloggt. Der Link "Anmelden" ganz rechts oben bringt Sie ansonsten zum Login-Bildschirm.
Nun legen Sie über "Neues Album" eine neue Bildersammlung an.
Gallery fragt hier nicht nach den Daten für das neue Album, sondern legt es einfach mit dem Standardnamen "Ohne Titel" an und wechselt gleich dorthin.
Um den Namen des Albums zu ändern, wählen Sie im Dropdown-Menü rechts oben den Punkt "Eigenschaften". Gehen Sie danach am besten wieder ins Hauptmenü von Gallery und setzen gleich noch mit dem Link "Albumnamen ändern" einen neuen Dateinamen des gerade erzeugten Albums passend zum Inhalt. Denn der Name hat die Vorgabe "album01", was blöd aussieht, wenn Sie einmal die URL eines Unteralbums jemandem als Link schicken.
Mit "Fügen Sie Bilder/Filme hinzu" beleben Sie das neu geschaffene Album. Das dabei erscheinende Popup bietet als Standard den üblichen Browser-Dialog für den Bilder-Upload und erlaubt das Hochladen mehrerer Bilder auf einen Rutsch, die jedoch einzeln ausgewählt werden müssen. Praktischer ist da das Handling von ZIP-Archiven. Dazu verpacken Sie die gewünschten Bilder in ein Archiv und laden das anstelle eines Bildes hoch. Vorausgesetzt, die ZIP-Bibliotheken sind auf dem Server installiert, entpackt Gallery das Archiv und stellt alle Fotos ins aktuelle Album ein. Die Bilder bekommen als Standardunterschrift einfach ihren Dateinamen. Mit dem in der Dropdown-Box jedes Bildes erreichbaren Befehls "Beschriftung bearbeiten" vergeben Sie einen aussagekräftigeren Titel.
Wenn Sie sehen wollen, wie ein Anwender ihre Galerie zu Gesicht bekommt, loggen Sie sich entweder aus oder öffnen ihre Bildersammlung über ein neues Browserfenster. Um einen Überblick aller Funktionen zu erhalten klicken Sie sich - als Administrator angemeldet - durch alle Optionen. So beherrscht das Programm die Vergabe von Kommentaren, zählt mit, wie oft ein Bild betrachtet wurde, ermöglicht das Anlegen von Alben innerhalb anderer Alben in beliebiger Schachteltiefe und kann Benutzer anlegen, die Rechte auf eigenen Alben oder anderen besitzen. Durch die Einschränkung des Rechtes zum Ansehen von Bildern können Sie auch Sammlungen anlegen, die nur ein ausgewählter Personenkreis zu Gesicht bekommen soll.
Profitipp: Der bequeme Bildversand
Viel praktischer als der Browser-Upload von Bilder ist das in Gallery bereits fest installierte Java-Applet "Gallery Remote". Die kompaktere Variante davon wird beim Hinzufügen von Bildern mit dem Link "Gallery Remote-Mini" erreicht. Dies beherrscht schon Drag & Drop. Sie können sich also einfach neben dem angezeigten Applet einen Fenster des Windows Explorer platzieren und dort in die Miniaturansicht umschalten, so dass alle Bilder mit Thumbnails angezeigt werden. Dann suchen Sie sich die gewünschten Fotos aus, markieren sie und ziehen Sie auf das Drag&Drop-Feld von Gallery Remote. Ein Klick auf "Upload" genügt, um die Dateien ins Album zu übertragen. Die voluminösere Variante von Gallery Remote bietet ausgefeiltere Funktionen als der Mini-Ableger. So können Sie von dort aus direkt Alben verwalten, erhalten eine Voransicht aller zum Upload ausgewählten Bilder und können bereits vor dem Upload bequem die Bildunterschriften eingeben sowie die Sortierung festlegen. All dies funktioniert im Java-Applet um einiges bequemer, als über das Webinterface von Gallery.
ja die seite gefällt mir
[remzi | 15.01.2006]
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