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Grundlagen zur Audioverbindung von PC und Hifi-Anlage

Damit moderne Unterhaltungsgeräte und Computer richtig zusammenspielen können, ist eine Portion Know-How in Sachen Anschlußtechnik nötig.

(Erschienen im Sonderheft PCD Special 1/2005 )

Gäbe es in der Multimedia-Welt heutiger Wohnzimmer nur analogen Zweikanalton, würde zur Integration von Fernseher, DVD-Spieler, Spielekonsole und PC ein einfacher AV-Umschalter genügen. Der verfügt für jede vorgesehenen Signalquelle über drei Cinch-Buchsen, eine für Video und zwei für die beiden Stereo-Kanäle. An den Ausgang kommt der Fernseher oder eventuell zusätzlich ein Verstärker, um den Sound auch über die HiFi-Boxen ausgeben zu können.

Doch wer will schon auf digitalen 5.1-Sound verzichten, den nahezu jede aktuelle DVD bietet? Daher ist ein moderner AV-Receiver fast unerlässlich, um die Multimedia-Geräte zusammenzubringen. Sein Hauptvorteil gegenüber der Umschaltbox ist, dass die Eingänge von Bild und Ton für jede Signalquelle individuell konfiguriert und an die vorhandenen Lautsprecher angepasst werden können. Steigt man zum Beispiel von einem Lautsprecher-System mit normalen Hifi-Boxen und zusätzlichem Center-Speaker und rückwärtigen Effektboxen auf ein System mit Subwoofer und 5 Satellitenboxen um, genügt es im Setup des AV-Receiver den Subwoofer zu aktivieren und die Pegel aller Boxen aufeinander abzustimmen. Die nun anders ablaufende Verteilung der 6 individuellen Tonsignale auf die Lautsprecher erledigt der Receiver dann automatisch.

AV Receiver

Moderne AV-Receiver lassen sich prima mit einem Computer verbinden
(Bild: Onkyo Deutschland)

Auch die Erweiterung der Eingangsquellen um den PC ist recht einfach. Eine Grafikkarte mit TV-Out-Ausgang wird an eine freien Video-Eingang des Receivers angeschlossen und der analoge oder digitale Sound an einen Toneingang. Im Receiver-Setup definiert man dann, einmalig welche Quellen für die Eingangssignale verwendet werden sollen und der PC ist von da an einfach über den Source-Wahlschalter des Verstärkers anzuwählen.

Auch bei Schwierigkeiten mit dem richtigen Ton helfen die meisten Receiver, weil sie bei digitalem Sound anzeigen, ob ein Datenstrom vorliegt und welche Kanäle er hat. Kommt beispielsweise kein Mucks aus den hinteren Surround-Lautsprechern, lässt sich damit leicht entscheiden, ob der DVD-Player diese Signale überhaupt liefert.

Computer-Sound auf die HiFi-Anlage bringen

Vorausgesetzt, der Receiver hat digitale Eingänge, ist die hochwertige digitale Ankoppelung des Sound eines PC an die heimische Stereoanlage einfach. Denn der bei den meisten aktuellen Mainboards vorhandene “Digital Out”-Ausgang verwendet genauso SPDIF, wie die AV-Geräte untereinander. Stellen Sie eine Verbindung zwischen dieser Busche und einem freien digitalen Eingang Ihres Verstärkers her.

Aktivieren Sie den SPDIF-Ausgang Ihre Soundkarte. Dazu rufen Sie in der Systemsteuerung die Sounds- und Audiogeräte auf und klicken auf den Button “Erweitert”. Dort sollte es eine oder mehrere Checkboxen geben, die mit “SPDIF” bezeichnet sind. Aktivieren Sie einfach alle.

6-fach Cinch

Normalerweise sendet der DVD-Player die Toninformationen als digitales Rohsignal, das die einzelnen Tonspuren enthält. Ein AV-Receiver teilt dann diesen digitalen Datenstrom über seinen integrierten Dolby-Digital-Decoder in die einzelnen Tonkanäle auf. An fünf analogen Tonausgängen kann ein DVD-Player erkannt werden, der selbst über einen solchen eingebauten Decoder verfügt. Diese Alternative zur digitalen Audio-Kopplung sollte nur verwendet werden, wenn der Receiver dies nötig macht, etwa weil er nur analoge Eingänge besitzt. Denn die Dekoder in DVD-Playern sind meist nicht so hochwertig, was sich in unsauberen Höhen und schwachem Tiefbass auswirkt.

Klinke auf Cinch

Der analoge Stereoausgang von portablen CD- und MP3-Spieler ist genauso wie der einer PC-

Soundkarte als so genannte Klinkenbuchse mit einem Durchmesser von 3,5 mm ausgeführt. Um ihn an die Wohnzimmer-Anlage anzuschließen, braucht man einen Adapter auf Cinch. Der vermittelt wirklich nur zwischen den beiden physikalischen Formaten, denn elektrisch sind beide Varianten identisch. Es gibt zwar auch kleine Steckeradapter, die zwei Cinch-Buchsen an der Rückseite aufweisen, aber praktischer sind die fertigen Kabel, die den Klinkenstecker auf der einen und zwei Cinch-Stecker auf der anderen Seite haben.

SCART auf SCART

Fast alle Video-Recorder, Fernseher und DVD-Player haben SCART-Stecker, die eine ganze Palette möglicher Verbindungsarten unter einen Hut bringen. Für moderne digitale Signalübertragungen ist es allerdings nicht ausgelegt, eignet sich also lediglich für analoge Verbindungen.

Wenn Fernseher und beispielsweise der DVD-Player mehrere der bei SCART möglichen Video-Varianten beherrschen, sollte man möglichst RGB oder wenigstens S-Video verwenden. Dazu muss im Setup des DVD-Players der jeweilige Modus ausgewählt werden. Der Fernseher sollte den jeweils gewählten Modus selbständig erkennen. Falls nicht, muss eventuell auch hier eine Einstellung im Setup getätigt werden.

Es gibt manche SCART-Kabel, die nicht nur einen Teil der Pins der beiden Stecker tatsächlich verbinden. Verwendet man ein solches Kabel, um zwei Geräte zu verbinden, kann die Zusammenarbeit schief gehen. Ein probeweiser Austausch des Kabels ist auf jeden Fall sinnvoll.

SCART auf Cinch

Um ein Gerät, das für Audio und Video nur Cinch-Buchsen aufweist mit einem anderen Gerät zusammenzuschließen, das nur SCART-Buchsen besitzt, muß ein Adapter her. So verfügt kaum ein AV-Receiver über zusätzliche SCART-Anschlüsse, da sie relativ viel Platz einnehmen, der auf der Rückseite dieser Schaltzentralen meist ein kostbares Gut ist. Außerdem ist SCART in den USA kaum verbreitet.

Ein Adapter von SCART auf Cinch ist üblicherweise in der Form eines kurzen SCART-Steckers mit drei Cinch-Buchsen auf der Rückseite ausgeführt. Eine ist für das Videosignal vorgesehen und je eine für die beiden Audiokanäle. Da bei SCART alle Signalvarianten doppelt auftauchen - einmal als Ausgang und einmal als Eingang für das jeweilige Gerät, müssten es eigentlich doppelt so viele Buchsen sein - doch die hat kaum ein Adapter. Stattdessen verfügen diese Mittler im besten Fall über einen Schiebeschalter. Der entscheidet dann, ob der Adapter für ankommende oder abgehende Signale geschaltet werden soll. Es gibt aber auch einige Adapter, bei denen einer der beiden Wege einfach fest verdrahtet ist. Manchmal steht dann noch je nach der Richtung “Input” oder “Output” auf dem Adapter. Die Richtung bezieht sich dabei immer auf das SCART-Gerät. Handelt es sich dabei es beispielsweise um einen Fernseher, den mit den Ausgängen eines AV-Receivers verbunden werden soll, muss es ein Adapter vom Typ "Input" sein.

SCART auf S-Video

Hat der SCART-Adapter noch eine S-Video-Buchse und verfügen beide anzuschliessenden Geräte über S-Video, dann sollte diese Verbindung aus Qualitätsgründen vorrangig Verwendung finden. Dann kann die gelb markierte Cinch-Buchse am Adapter unbeschaltet bleiben, da ja das S-Video-Kabel mit den üblichen Hosiden-Steckern zur Bildübertragung verwendet wird.

Digitales Coax auf Coax

Für diese Sound-Verbindung genügt eigentlich ein beliebiges Cinch-Kabel, wie etwa die Kabelpärchen mit rotem und weißem Stecker für normale Audio-Verbindungen. Dabei bleibt eine der beiden Leitungen unbelegt oder man kann auch ein Paar durch auseinander ziehen einfach auftrennen. Denn meistens sind die beiden Adern nicht allzu stabil miteinander verbunden. Allerdings genügt ein solches Kabel nur bis Längen von etwa 1,5-2 Meter. Denn der digitale Datenstrom erfordert eigentlich eine andere Kabelqualität. Bei größeren Entfernungen muss ein spezielles Kabel für digitale Audiosignale eingesetzt werden. Sonst kann es zu Datenverlusten, also unerwünschten Soundeffekten kommen.

Optisch auf Coax

Es gibt Fälle, da möchte man etwa den AV-Receiver mit den digitalen Audio-Signalen eines DVD-Players beschicken, aber die Anschlussarten sind physikalisch einfach verschieden. Hat der Receiver etwa nur noch einen optischen Digitaleingang frei, und der DVD-Spieler besitzt lediglich einen Cinch-Ausgang, klappt das nicht ohne weiteres. Zwar ist das digitale Signal auf beiden Leitungen vom Inhalt, also den gesendeten Bits her, vollkommen identisch, aber die Umsetzung eben grundverschieden. Es gibt zu diesem Zweck aktive Adapter, die die notwendige Umsetzung zwischen beiden Welten schaffen. Da dabei ein wenig Arbeit zu erledigen ist, schaffen sie das leider nicht ohne Stromversorgung. Die ist dann in der Regel per externes Netzteil oder eingebaute Batterieen gelöst. Es gibt im Elektronikversand sowohl Wandler von optisch auf Koax, also auch in der anderen Richtung. Die günstigsten Adapter sind für unter 30 Euro im Elektronikversand zu haben.

Optoswitch

Es gibt auch Mehrfachumschalter für optische Audioverbindungen, wie dieses bei Conrad Electronic erhältliche Modell.

Optisch auf Optisch

Oft sind alle optischen Eingänge eines Receiver schon belegt und trotzdem soll der Digitalsound einer Spielekonsole oder eines anderen Gerätes noch ohne manuelles Umstecken in den Receiver gelangen. Zu diesem Zweck dienen manuelle Umschalter für TOSLINK-Verbindungen. Diese im Elektronikversand erhältlichen Kästchen haben meist einen Drehschalter der von einem Optikeingang zum anderen wechselt und ihn am Ausgang zur Verfügung stellt. Sie kosten rund 30 Euro.

Glossar der Fachbegriffe bei Audio-Verbindungen

5.1

Mit diesem Kürzel wir die Vielfalt von Audio-Signalen benannt, die entweder auf einer DVD zu finden ist, oder von einer bestimmten Gerätekombination wiedergegeben werden kann. Dabei bezeichnet die erste Ziffer die Anzahl der ortbaren Soundkanäle und die letzte Ziffer weist auf den Subwoofer-Kanal hin, der für die sich unbestimmt im Raum verteilenden Tieftöne verantwortlich ist. Die 5 Kanäle beinhalten den linken und rechten Vordergrund-Sound, der für den Hauptteil der Geräuschkulisse eines Filmes zuständig ist, den Centerspeaker, der Dialoge wiedergibt sowie den linken und rechten hinteren Lautsprecher für Surround-Effekte. Es gibt auch 6.1 und 7.1 für noch eindrucksvolleres Kinoerlebnis.

Cinch

Diese Stecker, die im englischsprachigen Raum auch als RCA-Stecker bezeichnet werden, sind wohl das erfolgreichste Verkabelungssystem für den Bereich Audio/Video. Sie übertragen ein FBAS-Video-Signal, einen analogen Soundkanal oder einen digitalen SPDIF-Audiostrom mit mehreren Soundkanälen. Bis zu einer gewissen Länge ist dabei die Kabelqualität unerheblich, so dass einfache Analogkabel auch für die anderen Übertragungsarten verwendet werden können. Doch ab 1,5-2 Meter können bemerkbare Effekte wie flaue Bilder, Bildschatten oder bei SPDIF-Verbindungen Tonaussetzer auftreten. Darum sollte man bei größeren Entfernungen spezielle Video- oder SPDIF-Kabel einsetzen.

DVI

Die DVI-Verkabelung ermöglicht den direkten Anschluss von digitalen Darstellungsgeräten an Videoquellen. Wird beispielsweise ein LCD-Monitor an eine PC-Grafikkarte per VGA-Stecker angeschlossen, gelangen die Bildinformationen auf analogem Weg zum Display, was die Darstellungsqualität vermindert und eine Anpassung des Monitors an die analogen Signale möglich macht. Mit DVI wird der analoge Umweg unnötig, die Grafikkarte muss allerdings einen DVI-Ausgangs besitzen. Über einen speziellen Stecker, DVI-I genannt, wurde allerdings eine Integration analoger RGB-Signale geschaffen, um die Einsatzgebiete von DVI zu vergrößern.

FBAS

Das “Farb-Bild-Austast-Synchron-Signal”, auch “Composite Video” genannt, ist das übliche Video-Signal zum Verbinden von Geräten wie Fernseher, Video-Recorder oder SAT-Receiver. Es wird entweder einzeln über ein Koaxial-Kabel mit Cinch-Buchsen übertragen oder innerhalb eines Adernverbunds in einem SCART-Kabel. Im Gegensatz zu einem Antennenanschluss, wie etwa bei Kabelfernsehen, wir dabei nur die reine Information eines einzigen Bilderstroms ohne Ton übertragen. Das Antennenkabel enthält dagegen eine Vielzahl von einzelnen Audio/Video-Strömen.

Progressive Scan

Ein normales Fernsehbild besteht aus 50 Halbbildern pro Sekunde. Dabei besteht jedes Halbbild aus je einer Zeile mit Bildinformationen und einer Leerzeile. Das nächste Halbbild hat seine Bildzeilen dann dort, wo das erste schwarz war. Durch die Trägheit des Auges entsteht so der Eindruck eines Vollbildes mit 25 Bildern pro Sekunde. Progressive Scan ist dagegen eine Darstellung mit 50 Vollbildern pro Sekunde, was ein schärferes Bild mit reduziertem Flickern bringt. Allerdings muss das Anzeigegerät dies beherrschen. Kaum ein Fernseher zählt dazu. Lediglich bei Beamern ist es relativ verbreitet.

RGB

Während beim üblichen Videosignal FBAS das auf den Farben Rot, Grün und Blau bestehende Videobild zusammengemischt und nur über eine einzige Leitung übertragen wird, behält eine RGB-Verbindung diese Aufteilung bei. Das ermöglicht eine bessere Bildqualität, auch gegenüber S-Video. Dazu müssen Signalquelle und Fernseher über RGB-Ausgang bzw. -Eingang verfügen. Eine SCART-Verbindung ist der einfachste Weg, eine RGB-Verbindung herzustellen.

S-Video

Hier werden im Gegensatz zu FBAS Farb- und Helligkeitsinformationen des Bildes auf getrennten Leitungen transportiert, was den Detailreichtum bei kritischen Bildinhalten verbessert. Der Steckersystem für S-Video ähnelt in Größe und Aussehen den Steckern einer Computertastatur und wird auch als Hosiden oder Mini-DIN bezeichnet.

SCART

Vor der Einführung des 20-poligen SCART-Steckers gab es eine Unzahl von Anschlussvarianten, um AV-Geräte zusammenzuschliessen. Über SCART lassen sich neben analogem Audio auch die Video-Signalformen FBAS, S-Video und RGB übertragen.

SPDIF

Dies ist der Standard, wenn es um die digitale Übertragung von Audio-Signalen geht. Damit lässt sich eine Vielzahl von Soundkanälen über eine einzige Verbindung übertragen. SPDIF gibt es als TOSLINK mit optische Übertragung per Lichtwellenleiter und als elektrische Variante mit Cinch-Stecker als Verbinder.

YUV

Der analoge Video-Standard YUV überträgt wie RGB die Bildinformationen separat, wenn auch in anderer Zusammensetzung. Einige DVD-Spieler und viele Streaming-Clients beherrschen YUV in Verbindung mit Progressive Scan. Weil kaum ein normaler Fernseher mit YUV umgehen kann, braucht man dann noch einen Wandler “YUV nach RGB”.


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